Mindestbestellmenge

Mindestbestellmenge

Die Mindestbestellmenge (Minimum Order Quantity, MOQ) bezeichnet die kleinste Menge eines Artikels, die ein Lieferant pro Bestellung oder Bestellposition akzeptiert. Sie wird häufig aus wirtschaftlichen oder vertraglichen Gründen festgelegt, beispielsweise um Auftragsabwicklungs-, Verpackungs- und Versandkosten zu decken oder bestimmte Preis- und Frachtkonditionen einzuhalten.

Eine Mindestbestellmenge ist nicht nur eine Einkaufskondition, sondern auch ein wichtiger Dispositionsparameter, der unmittelbar Kapitalbindung, Bestandsniveau und Lieferbereitschaft beeinflußt.

Unser Tipp:

 

Halten Sie Mindestbestellmenge, Mindestlosgröße und Bestellmengenvielfaches sauber auseinander! Die Mindestlosgröße gibt die kleinste zulässige Beschaffungs- oder Fertigungsmenge vor. Sie kann beispielsweise technisch oder verpackungsbedingt sein. Das Bestellmengenvielfache legt dagegen fest, in welchen Mengenschritten bestellt werden darf. Die

 

Mindestbestellmenge sollte mit diesen Vorgaben abgestimmt sein und bei festen Verpackungseinheiten ein zulässiges Vielfaches darstellen.
Mindestbestellmengen sollten immer wieder kritisch hinterfragt werden. Nicht immer ist es wirtschaftlich sinnvoll, die Mindestbestellmengen einzuhalten. Das Unterschreiten von Mindestbestellmengen ist zwar regelmäßig mit Mehrkosten verbunden, weil entweder Frachtkosten, Prozesskosten oder Stückpreise steigen. Je nachdem, wie regelmäßig und belastbar Materialbedarfe sind, kann es unter Berücksichtigung von Lagerhaltungs-, Kapitalbindungs- und Verschrottungskosten günstiger sein den Mehrpreis in Kauf zu nehmen und zu versuchen, geringere Mengen zu bestellen.

 

Sicherheitsbestände richtig dimensionieren: Hohe Mindestbestellmengen führen bereits zu höheren Beständen und können damit einen Teil der erforderlichen Lieferbereitschaft absichern. Der zusätzlich notwendige Sicherheitsbestand kann deshalb geringer ausfallen. Leistungsfähige APS-Systeme mit digitalem Zwilling, wie beispielsweise DISKOVER, können diese Zusammenhänge simulieren und die Sicherheitsbestände unter Berücksichtigung der Mengenrestriktionen optimieren. Auch ohne entsprechende Simulationsmöglichkeiten ist es wichtig, die Auswirkungen von Mindestbestellmengen auf Sicherheitsbestände im Auge zu behalten.
Eine Mindestbestellmenge ist nicht nur eine Einkaufskondition. Sie ist ein wichtiger Dispositionsparameter, der über Bestände, Kapitalbindung und Lieferbereitschaft mitentscheidet.

Bild von Prof. Dr. Andreas Kemmner

Prof. Dr. Andreas Kemmner