Frozen Zone

Frozen Zone

Die Frozen Zone bezeichnet in der Produktions- und Materialplanung einen Zeitraum, in dem geplante Aufträge nicht mehr verändert werden dürfen.
Innerhalb dieser Zone sind Mengen, Termine und meist auch Reihenfolgen fixiert. Änderungen durch automatische Planungsläufe oder manuelle Eingriffe werden bewusst eingeschränkt oder vollständig unterbunden.

Die Frozen Zone liegt typischerweise am Anfang des Planungshorizonts und umfasst meist einen Zeitraum, der sich an der realen Reaktionsfähigkeit der Supply Chain orientiert – etwa der Beschaffungszeit kritischer Materialien oder der Vorlaufzeit in der Produktion.

Ziel ist es, Planungsstabilität im operativen Geschäft sicherzustellen. Ohne klare Planungsgrenzen führen häufige Planänderungen zu operativer Unruhe:

– Produktionspläne werden ständig umgestellt

– Material wird kurzfristig umdisponiert

– Rüstfolgen werden zerstört

– Zusatzkosten entstehen durch Eilaufträge oder Sondertransporte

Die Frozen Zone ist ein einfaches, aber wirkungsvolles Instrument, um Stabilität in die operative Planung zu bringen und die operative Umsetzung der Planung vor permanenten Eingriffen zu schützen. Richtig eingesetzt reduziert sie operative Hektik – ohne die notwendige Flexibilität der Supply Chain zu gefährden.

Unser Tipp:

Die Frozen Zone sollte sich an den tatsächlichen Vorlaufzeiten und der Wettbewerbssituation bezüglich Lieferzeiten orientieren.
Ist die Frozen Zone zu kurz, entsteht weiterhin Planungschaos. Ist sie zu lang, sinkt die Flexibilität unnötig und eine Frozen Zone, die länger ist als die zugesagte Lieferzeit, führt zwangsläufig zu Konflikten.

Eine Frozen Zone sollte nicht nur nominell gelten, sondern auch konsequent planerisch umgesetzt werden. ERP- oder APS-Systeme bieten dazu meist Funktionen zur Fixierung von Aufträgen oder Planperioden. Diese Möglichkeiten sollten Sie konsequent nutzen. Tun Sie dies nicht, ist das Durchsetzen einer Frozen Zone im Unternehmen besonders schwierig.

Natürlich lassen sich in der Praxis Änderungen nie vollständig vermeiden. Deshalb sollten klare Eskalationsregeln festgelegt werden, wer Änderungen innerhalb der Frozen Zone freigeben darf.

Eine hohe Änderungsquote innerhalb der Frozen Zone ist oft ein Hinweis auf Probleme in Forecast, Vertrieb oder Planung. Es ist deshalb sinnvoll, eine Kennzahl zur Änderungsquote innerhalb der Frozen Zone zu führen und bei allen Änderungen festzuhalten, wodurch sie verursacht wurden.

Bild von Prof. Dr. Andreas Kemmner

Prof. Dr. Andreas Kemmner