Kurz und bündig: Ausreißerbereinigung 

Andreas Kemmner

Unter Ausreißerbereinigung versteht man die Beseitigung ungewöhnlicher Bedarfsspitzen oder Bedarfsflauten in einer historischen Zeitreihe, aus der eine statistische Bedarfsprognose errechnet werden soll.

Eine Ausreißerbereinigung kann an drei Stellen im Rahmen des Prognoseprozesses erfolgen. Direkt bei der Übernahme der Daten in den Prognoseprozess (Preprocessing), durch statistische Bereinigung von Ausreißern oder durch manuelle Korrekturen. Im Preprocessing können unterschiedliche Datenquellen gemeinsam ausgewertet werden, um evtl. Verunreinigungen der Zeitreihen differenziert zu beseitigen.

Die statistische Ausreißerbereinigung verwendet verschiedene Algorithmen, um Werte einer Zeitreihe ab einem bestimmten Spitzenwert zu kappen oder Werte unterhalb eines Minimalwerts auf diesen anzuheben.

Die manuelle Ausreißerbereinigung ist sehr aufwändig und deshalb oftmals unrealistisch.

Unser Tipp:

Die differenziertesten automatischen Mechanismen zur Ausreißerbereinigung bietet das Preprocessing. Es setzt allerdings voraus, dass Sie konkrete Informationen haben, wie die Daten zu korrigieren sind. Wenn dies gegeben ist, sollten Sie die Möglichkeit des Preprocessings zuerst prüfen, allerdings kann dieser Prozess im Normalfall nicht durch den Anwender selbst durchgeführt werden, da üblicherweise Zusatzprogrammierung erforderlich ist. Wenn konkrete Informationen zur Bereinigung der Ausreißer fehlen, können mittel statistischer Ausreißerbereinigung Auffälligkeiten vom Bereinigungsalgorithmus erkannt und beseitigt werden. Testen Sie in diesem Falle unterschiedliche Einstellungen für die Bereinigungsparameter, um die besten zu finden. Besonders effizient und automatisch lässt sich dies mittels Simulation bewerkstelligen.

Bild: ©Manuel Pfeiffer/aboutpixel


Andreas Kemmner

Autor | Author

Prof. Dr. Kemmner ist Co-CEO der Abels & Kemmner Group und hat in 30 Jahren Beratertätigkeit in Supply Chain Management und Sanierung weit über 200 nationale und internationale Projekte durchgeführt und war über 10 Jahre der einzige öffentlich bestellter Sachverständige für die Wirtschaftlichkeitsbeurteilung von Industriebetrieben in Deutschland.

2012 wurde er von der WHZ zum Honorarprofessor für Logistik und Supply Chain Management bestellt.

Die Ergebnisse seiner Projekte wurden bereits mehrfach ausgezeichnet.

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