Kurz und bündig: Vorgänger-Nachfolger-Beziehung 

Andreas Kemmner

Die Vorgänger-Nachfolger-Beziehung ist ein Mechanismus, der bei der statistischen Absatzprognose angewendet wird, um neuen Artikel eine virtuelle Historie zuzuweisen. Dazu wird einem neuen Artikel, der selbst noch über keine oder eine geringe eigene historische Zeitreihe verfügt, ein sog. Vorgänger zugewiesen, der seine Historie vor einem bestimmten Stichtag an den “Nachfolger” verleiht. Über Vorgänger-Nachfolger-Beziehungen kann die Qualität von statistischen Prognose von Neuartikeln deutlich verbessert werden. Viele ERP-System erlauben das Anlegen von Vorgänger-Nachfolger-Beziehungen.

Unser Tipp:

In vielen Fällen wird die Vorgänger-Nachfolger-Beziehung nur bei technischen Produktänderungen eingesetzt, bei denen ein Altartikel zu einem bestimmten Stichtag durch einen Neuartikel ersetzt wird. Die Möglichkeiten der Vorgänger-Nachfolger-Beziehung gehen jedoch deutlich weiter. Leistungsfähigere ERP- oder Prognosesysteme erlauben das Anlegen mehrerer Vorgänger oder Nachfolger zu einem Artikel und ermöglichen, die ausgeliehene Historie prozentual zu skalieren. Damit lässt sich das Verhalten eines neuen Artikeln, der eine bestehende Warengruppe ergänzt, aus dem gemischten Verhalten der bisherigen Artikel der Warengruppe zusammensetzen. Sofern ihr System über einen Mechanismus zum Einpflegen von Strukturbrüchen verfügt, kann der Kannibalisierungseffekt des Nachfolgerartikels auf die bisherigen Artikel der Warengruppe über Strukturbrüche hinterlegt werden.

Bild: Thrive Themes


Andreas Kemmner

Autor | Author

Prof. Dr. Kemmner hat in über 25 Jahren Beratertätigkeit in Supply Chain Management und Sanierung weit über 150 nationale und internationale Projekte durchgeführt.

2012 wurde er von der WHZ zum Honorarprofessor für Logistik und Supply Chain Management bestellt.

Die Ergebnisse seiner Projekte wurden bereits mehrfach ausgezeichnet.

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