Bowersox-Formel

Wer, wie, was? Bild: ©Manuel Pfeiffer/aboutpixel

Wer, wie, was?
Bild: ©Manuel Pfeiffer/aboutpixel

Mit Sicherheitsbeständen sichert man sich im Allgemeinen gegen Nachfrageschwankungen ab. Klassisch berechnete Sicherheitsbestände berücksichtigen jedoch nicht, dass auch auf der Beschaffungsseite die Lieferanten nicht 100%ig zuverlässig liefern. Dies drückt sich zumeist in schwankenden Lieferzeiten aus.

Ähnlich wie man auf der Nachfrageseite aus den Schwankungen der Nachfragemengen einen erforderlichen Sicherheitsbestand ermitteln kann, so kann man auch auf der Beschaffungsseite eine Sicherheitszeit berechnen, die zusätzlich zu der eigentlich erwarteten oder mit dem Lieferanten vereinbarten Lieferzeit bei der Nachbestellung berücksichtigt wird, um das benötigte Material rechtzeitig zu erhalten. Multipliziert mit dem durchschnittlichen Verbrauch bzw. Bedarf pro Tag errechnet sich hieraus auch ein Beschaffungssicherheitsbestand.

In der Praxis ist es jedoch nicht unbedingt erforderlich, beide Sicherheitsbestände zu addieren, das unerwartete Nachfragenmengen und unerwartete Lieferverzögerungen nicht immer zeitlich synchron laufen. In vielen Fällen genügt Sicherheitsbestand auf einer Lagerseite, um die Unwägbarkeiten der anderen Seite ebenfalls auszugleichen. Die Bowersox-Formel versucht einen Kompromiss, indem sie einen integrierten Sicherheitsbestand aus den Nachfrageschwankungen und den Lieferzeitschwankungen eines Artikels ermittelt, anstatt die beiden Sicherheitsbestände einfach zu addieren. Auf diese Weise gelangt sie zu einem geringeren Gesamtsicherheitsbestand.

Bowersox-Formel

Unser Tipp:

Anstatt auf der Beschaffungsseite einen echten physischen Sicherheitsbestand aufzubauen, können Sie auch mit der Sicherheitszeit arbeiten. Im Schnitt kommen Sie auf diese Weise mit weniger Beschaffungssicherheitsbestand aus, da sich nur aus dem Anteil der bei einer einzelnen Lieferung nicht benötigten Sicherheitszeit ein Bestand aufbaut.