Kurz & Bündig: Planwertverteilung 

Andreas Kemmner

Unter der Funktion der Planwertverteilung in einem ERP-System versteht man den Mechanismus der Umsetzung eines Prognosewertes auf eine detailliertere Zeitskala.

Bei der Bedarfsprognose ist es in der Mehrheit der Fälle und aus verschiedensten Gründen sinnvoll, mit Monatsprognosewerte zu arbeiten. Die Teiledisposition hingegen setzt auf der Tagesebene auf. Monatsplanbedarfe müssen somit auf Tagesplanbedarfe heruntergebrochen werden. Es ist jedoch nicht immer sinnvoll, einen Monatsplanbedarf gleichmäßig auf alle Arbeitstage eines Monats zu verteilen. Bei Artikeln, die typischerweise nur einmal pro Woche, alle 14 Tage oder gar nur einmal pro Monat nachgefragt werden, ergäbe sich auf diese Weise ein falsches Bild des Nachfrageverhaltens.

Über den Mechanismus der Planverteilung lässt sich in einem ERP- System dieses Herunterbrechen detailliert steuern.

Unser Tipp:
Die Planwertverteilung für Artikel statisch festzulegen macht häufig keinen Sinn, da sich das Bedarfsverhalten eines Artikels immer wieder ändern kann. Sinnvoller ist eine dynamische Planwertverteilung, die sich immer wieder dem aktuellen artikelspezifischen Nachfrageverhalten anpasst. Eine solche dynamische Planwertverteilung lässt sich beispielsweise durch eine Dispositionsregel erreichen, die abhängig von der WMQ- Klassifizierung eines Artikels die Variante der Planwertverteilung steuert.

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Andreas Kemmner

Autor | Author

Prof. Dr. Kemmner ist Co-CEO der Abels & Kemmner Group und hat in 30 Jahren Beratertätigkeit in Supply Chain Management und Sanierung weit über 200 nationale und internationale Projekte durchgeführt und war über 10 Jahre der einzige öffentlich bestellter Sachverständige für die Wirtschaftlichkeitsbeurteilung von Industriebetrieben in Deutschland.

2012 wurde er von der WHZ zum Honorarprofessor für Logistik und Supply Chain Management bestellt.

Die Ergebnisse seiner Projekte wurden bereits mehrfach ausgezeichnet.

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