Mit Kanban Bestände und Aufwand reduzieren
Hans Grohe | Mit Kanban Bestände und Aufwand reduziert
Lieferantenintegration und Pull-Steuerung mit Kanban
Die Ausgangslage
Hansgrohe wollte seine Supply Chain konsequent nach dem Pull-Prinzip ausrichten und neben der Produktion auch die Beschaffung von Rohmaterialien optimieren. Ziel war es, Bestände und administrativen Aufwand zu reduzieren, ohne die zuverlässige Versorgung der Montage zu gefährden.
Abels & Kemmner übernahm die Optimierung der Einkaufsmaterialien. In einem ersten Schritt wurde die Rohmaterialdisposition auf ein ziehendes Meldebestandsverfahren umgestellt. Anschließend sollten ausgewählte Materialien über ein Lieferanten-Kanban gesteuert und die Lieferanten enger in den Materialfluss eingebunden werden.
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Lieferanten in den Pull-Prozess integrieren
Die Herausforderung bestand darin, die Versorgung der Montage zuverlässig sicherzustellen und gleichzeitig Bestände sowie Prozessaufwand zu reduzieren. Erschwert wurde dies unter anderem durch begrenzte Stellflächen im Montagebereich und die Verteilung bestimmter Materialien auf zwei bis drei Lieferanten.
Dafür musste ein Lieferanten-Kanban entwickelt werden, das sich in SAP abbilden ließ und gleichzeitig eine langfristige Bedarfsvorschau ermöglichte. Als Pilotbereich wurde mit der Kartusche bewusst ein für die Armaturenproduktion besonders kritisches Bauteil gewählt.
Pull-Steuerung mit zwei Kanban-Regelkreisen
Interner Kanban-Regelkreis
Ein interner Regelkreis versorgt die Montage bedarfsgerecht aus dem Vorratslager. Aufgrund der begrenzten Stellflächen werden dort nur die für eine Schicht benötigten Materialmengen bereitgestellt.
Lieferanten-Kanban mit SAP
Der externe Regelkreis verbindet das Vorratslager direkt mit den Lieferanten. Kanban-Karten und deren Status werden in SAP geführt; Nachlieferungsbedarfe werden automatisch ausgelöst und an den Lieferanten übermittelt.
Weniger Prozess- und Bestellaufwand
Digitale Kanban-Signale stoßen den Nachschub unmittelbar an. In Verbindung mit der Vorausplanung können auch Lieferanten ihre Produktion besser planen und müssen nicht kurzfristig größere Chargen bereitstellen.
„Mit der Lieferantenintegration per Kanban wird Material bedarfsgerecht nachgezogen – bei geringerem Bestand und zuverlässiger Verfügbarkeit.“
Hansgrohe SE
Deutlich weniger Bestand bei hoher Verfügbarkeit
Die Umstellung auf die Pull-Steuerung zeigte einen klaren Effekt: Bei den auf das neue Verfahren umgestellten Materialien gingen die Bestände um rund 40 % zurück – bei gleichzeitig sehr hoher Verfügbarkeit. Darüber hinaus wurde durch das SAP-Gutschriftenverfahren der Aufwand für die Bestellabwicklung auf ein Minimum reduziert.
Bei den auf das neue Kanban-Verfahren umgestellten Materialien konnten die Bestände um rund 40 % reduziert werden – bei gleichzeitig hoher Verfügbarkeit.
Für die Materialversorgung wurden zwei miteinander verbundene Kanban-Regelkreise aufgebaut: Ein interner Regelkreis steuert die Versorgung der Montage aus dem Vorratslager, während ein externer Regelkreis die Lieferanten in die Nachbevorratung einbindet. Über SAP werden Kanban-Status, Lieferplaneinträge und Nachlieferungsbedarfe automatisiert verarbeitet. So verbindet Hansgrohe eine bedarfsgerechte Materialversorgung mit reduziertem Bestand und geringerem administrativem Aufwand.
Über Hansgrohe SE
Hansgrohe hat seinen Stammsitz in Schiltach im Schwarzwald und blickt auf eine mehr als hundertjährige Unternehmensgeschichte zurück. Das Unternehmen ist in der Sanitärbranche tätig und insbesondere für Armaturen, Brausen und weitere Badlösungen bekannt. Zum Zeitpunkt der Case Study beschäftigte die Hansgrohe Gruppe weltweit mehr als 4.700 Mitarbeitende und produzierte unter anderem in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, den USA und China.
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