{"id":7565,"date":"2012-09-20T11:33:42","date_gmt":"2012-09-20T09:33:42","guid":{"rendered":"https:\/\/ak-online.de\/?p=7565"},"modified":"2025-01-15T10:59:53","modified_gmt":"2025-01-15T09:59:53","slug":"reorganisation-der-fertigungssteuerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ak-online.de\/de\/reorganisation-der-fertigungssteuerung\/","title":{"rendered":"Reorganisation der Fertigungssteuerung"},"content":{"rendered":"<h2>Neues logistisches Gesch\u00e4ftsmodell beim Schaltanlagen- und Schaltger\u00e4tebauer Fritz Driescher GmbH &amp; Co. KG \u2013 marktsynchroner Wertstrom und beruhigte Fertigung<\/h2>\n<h6>von Stefan B\u00fcnger, Manfred B\u00fcrger<sup>1<\/sup>, Andreas Gillessen, Prof. Dr. Andreas Kemmner<\/h6>\n<p><strong>Steigende Marktschwankungen und Variantenvielfalt sowie k\u00fcrzere Lieferzeiten bei nicht verschiebbaren Auslieferungsterminen verursachten bei der Fritz Driescher GmbH &amp; Co. KG in Wegberg hohe Mehrarbeit und Unruhe in Produktion und Endmontage. Hinzu kam ein gro\u00dfer manueller Steuerungsaufwand in der Disposition mitsamt den daraus resultierenden Effizienzverlusten. Zusammen mit den Experten von Abels &amp; Kemmner konzipierte die Gesch\u00e4ftsleitung das logistische Gesch\u00e4ftsmodell neu und baute eine marktsynchrone Wertsch\u00f6pfungskette von der Komponentenfertigung bis zur Endmontage auf. Dadurch konnten die Produktion enorm beruhigt, Kapazit\u00e4tsengp\u00e4sse aufgel\u00f6st, der Durchsatz gesteigert und die Durchlaufzeit verk\u00fcrzt werden. Der Endmontage stehen heute sowohl Kanban-Artikel als auch auftragsbezogen gefertigte Komponenten mit einer sehr hohen Lieferbereitschaft zur Verf\u00fcgung. Die Materialbereitstellung f\u00fcr die Endmontage durch das Zentrallager wurde durch die Einf\u00fchrung von \u201eSupermarktregalen\u201c erheblich optimiert. In der Folge konnte DRIESCHER.WEGBERG trotz starkem Umsatzwachstum Best\u00e4nde reduzieren.<\/strong><\/p>\n<p>Die Fritz Driescher GmbH &amp; Co. KG in Wegberg ist ein mittelst\u00e4ndisches Unternehmen und spezialisiert auf die Entwicklung und den Bau von Schaltanlagen und Schaltger\u00e4ten f\u00fcr die Energieversorgung. Zum Produktspektrum geh\u00f6ren u. a. Mittelspannungsschaltanlagen (SF<sub>6<\/sub>-gas- und luftisoliert), Mittelspannungsschalter (Freiluft und Innenraum), Transformatorstationen, Niederspannungsschaltanlagen sowie Hoch- und Niederspannungs-Sicherungseins\u00e4tze.<br \/>\nDie Fertigung ist durch eine sehr gro\u00dfe Fertigungstiefe gekennzeichnet, wobei die auftragsbezogene Komponentenfertigung die f\u00fcr die Endmontage von Schaltanlagen und Schaltger\u00e4ten ben\u00f6tigten Komponenten liefert. Die Komponentenfertigung besteht dabei u. a. aus der zerspanenden Bearbeitung, dem Blechbearbeitungszentrum, dem Roboterschwei\u00dfzentrum, der Pulverbeschichtungsanlage, der Kleinmontage und der St\u00fctzerfertigung (Zweitwerk). Aus den eigengefertigten Komponenten baut wiederum die Endmontage auftragsbezogen die Schaltanlagen und Schaltger\u00e4te zusammen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Ausgangssituation:<\/h3>\n<p>Um als einziges mittelst\u00e4ndisches Unternehmen in seiner Branche am Markt bestehen zu k\u00f6nnen, ist f\u00fcr DRIESCHER.WEGBERG neben technisch und qualitativ hervorragenden Produkten eine hohe Flexibilit\u00e4t bei Kundenw\u00fcnschen erforderlich &#8211; und dies bei extrem kurzen Lieferzeiten und hoher Termintreue. Obwohl die termingerechte Auslieferung der auftragsbezogen montierten Schaltanlagen und Schaltger\u00e4te weitgehend eingehalten werden konnte (die Auslieferungstermine stehen fest und k\u00f6nnen nicht verschoben werden), wurde die Terminsituation in den letzten Jahren zunehmend kritischer. Liefertermine konnten nur mit gro\u00dfen Reibungsverlusten und gro\u00dfem Engagement aller Beteiligten gehalten werden. Das bisherige logistische Gesch\u00e4ftsmodell war in Form einer auftragsbezogenen Komponentenfertigung sowie einer auftragsbezogene Materialbereitstellung f\u00fcr die Endmontage gestaltet. Aufgrund der Marktschwankungen, der Erh\u00f6hung der Variantenvielfalt sowie k\u00fcrzerer Lieferfristen stie\u00df dieses logistische Gesch\u00e4ftsmodell nun an seine Grenze. Weiterhin musste das Auftragszentrum die fehlende detaillierte Kapazit\u00e4tsplanung sowie eine teilweise Terminierung der Komponentenfertigungstermine in die Vergangenheit durch manuelle Priorisierungen kompensieren. Die Folge waren laufend ben\u00f6tigte Abstimmungen zwischen Komponentenfertigung, Zentrallager, Endmontage und Auftragszentrum; aufgrund der Komplexit\u00e4t der Produkte und der Vielfalt der Teile eine fast unm\u00f6gliche Aufgabe.<\/p>\n<p>In der Endmontage fehlten daher laufend Komponenten, was dort zur Zwischenlagerung von Teilen und nicht fertig montierbaren Anlagen f\u00fchrte. Die Komponentenfertigung, insbesondere die zerspanende Bearbeitung, k\u00e4mpfte mit hohen Auftragsr\u00fcckst\u00e4nden und langen Durchlaufzeiten. Dank gro\u00dfer Flexibilit\u00e4t der Arbeitszeitkonten in der Komponentenfertigung sowie des relativ hohen Anteils an gefertigten Standardteilen konnten die Liefertermine mit hohem Kostenaufwand und durch gro\u00dfe Best\u00e4nde trotzdem gerettet werden. Um weiterhin wirtschaftlich, schnell und termintreu fertigen, montieren und liefern zu k\u00f6nnen, war ein neues optimiertes logistisches Gesch\u00e4ftsmodell erforderlich, das DRIESCHER.WEGBERG dar\u00fcber hinaus auch neue Wettbewerbsvorteile verschaffen sollte.<\/p>\n<h3>Gute Voraussetzungen f\u00fcr eine 80\/20-Nivellierung<\/h3>\n<p>Vor der Konzeption und Umsetzung des optimierten logistischen Gesch\u00e4ftsmodells stand die detaillierte Analyse der Ist-Situation. Eine Portfolioanalyse der Einzelteile machte dabei deutlich, dass ein Gro\u00dfteil der Fertigungsauslastung (ca. 69 %) durch nur ca. 10 % der Teile erfolgt, die einigerma\u00dfen regelm\u00e4\u00dfig ben\u00f6tigt werden und damit gut f\u00fcr eine sogenannte Pull-Steuerung nach dem Supermarkt-Prinzip geeignet sind. Die restlichen ca. 90 % zu fertigender Teile belegten das restliche Drittel der Fertigungskapazit\u00e4t. Damit bot sich als Kernelement des neuen logistischen Gesch\u00e4ftsmodells eine 80\/20-Nivellierung in der Fertigung an. Damit diese 80\/20- Nivellierung reibungslos funktioniert, waren allerdings eine Reihe von Voraussetzungen zu \u00fcberpr\u00fcfen bzw. zu schaffen.<\/p>\n<p>So musste beispielsweise sichergestellt werden, dass f\u00fcr die auftragsspezifischen Teile eine entsprechende Fertigungskapazit\u00e4t mittelfristig planerisch freigehalten wird, damit diese Teile m\u00f6glichst ohne Warteschlange gefertigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Weiterhin galt es zu pr\u00fcfen,<\/p>\n<ul>\n<li>wie sich die XY- bzw. die Z-Artikel in den verschiedenen Fertigungsbereichen auf die verschiedenen Maschinen verteilen,<\/li>\n<li>wie gleichm\u00e4\u00dfig die Kapazit\u00e4tsbelastung mit XY-Teilen einerseits und Z-Teilen andererseits im Zeitverlauf ist,<\/li>\n<li>ob die Materialstr\u00f6me teilweise gezielt physisch getrennt werden k\u00f6nnen, indem den Z-Teilen gesonderte Maschinen zugewiesen werden,<\/li>\n<li>ob eine Linienfertigung f\u00fcr verschiedene Materialnummern aufgebaut werden kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie die Ergebnisse der Analysen zeigten, waren die vorhandenen Kapazit\u00e4ten in den verschiedenen Fertigungsbereichen im Zeitverlauf ausreichend, um sowohl die zu bevorratenden XY-Artikel als auch die auftragsbezogen zu fertigenden Z-Artikel termingerecht zu produzieren.<\/p>\n<p>Eine Trennung der Materialstr\u00f6me zwischen XY- und Z-Artikeln oder auch eine Linienfertigung auf verschiedenen Materialnummern war nicht notwendig bzw. sinnvoll.<\/p>\n<h3>Volle Fertigungstrichter waren zu leeren<\/h3>\n<p>Eine Durchlaufzeitenanalyse in der Komponentenfertigung zeigte allerdings, dass trotz eines ausgeglichenen Zu- und Abflusses an Fertigungsauftragsstunden zu lange Auftragswarteschlangen vor den verschiedenen Kapazit\u00e4tseinheiten in der Produktion bestanden, die hauptverantwortlich f\u00fcr die langen Durchlaufzeiten waren. Der Arbeitsvorrat betrug im Durchschnitt 21 Arbeitstage und f\u00fchrte zu gro\u00dfen Problemen bei der Termintreue in der Komponentenfertigung.<\/p>\n<p>Um die Komponentenfertigung logistisch richtig zu positionieren und auf kurze Durchlaufzeiten und hohe Termintreue auszurichten, musste der Umlaufbestand in der Komponentenfertigung mit folgenden Direktma\u00dfnahmen reduziert werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Fertigungsumlaufbestand wurde auf die neue erforderliche Zielgr\u00f6\u00dfe reduziert, indem dieFertigungskapazit\u00e4ten vor\u00fcbergehend durch Zusatz- und Geisterschichten sowie Ausw\u00e4rtsverlagerung von Auftr\u00e4gen organisatorisch erh\u00f6ht wurden.<\/li>\n<li>Eine Personalkapazit\u00e4tssteuerung wurde erarbeitet und installiert, die den kurzfristig erforderlichen Bedarf an Personalkapazit\u00e4t f\u00fcr die verschiedenen Teilbereiche der Komponentenfertigung aufzeigt. Mit diesem Instrument konnte und kann die Fertigungsleitung die Mitarbeiterkapazit\u00e4ten entsprechend dem aktuellen Fertigungsbedarf verschieben und die Leiharbeitskapazit\u00e4ten zeitlich und quantitativ genau disponieren<\/li>\n<li>Fertigungsauftr\u00e4ge wurden nur noch zeitgerecht und nicht mehr verfr\u00fcht eingelastet.<\/li>\n<li>Fertigungsauftr\u00e4ge wurden grund -s\u00e4tzlich nicht mehr in die Vergangenheit zur\u00fcckterminiert. Im Verlauf von sechs Monaten gelang es mit diesen Ma\u00dfnahmen, die Fertigungsauftragsdurchlaufzeiten auf im Schnitt vier Tage zu senken.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weiterhin wurden im Rahmen der Ist-Analyse die Planung und Steuerung in der Disposition mit dem Baan 5-System sowie die Arbeitsorganisation in der Endmontage und der Komponentenfertigung im Detail analysiert und datentechnisch ausgewertet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15462\" aria-describedby=\"caption-attachment-15462\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.ak-online.de\/\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_LGM.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15462 size-medium\" src=\"https:\/\/www.ak-online.de\/\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_LGM-300x180.png\" alt=\"Abb. 1: Neues logistisches Gesch\u00e4ftsmodell\" width=\"300\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_LGM-300x180.png 300w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_LGM-600x360.png 600w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_LGM-1024x615.png 1024w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_LGM-768x461.png 768w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_LGM-1536x922.png 1536w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_LGM-2048x1229.png 2048w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15462\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 1: Neues logistisches Gesch\u00e4ftsmodell<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Neues Logistisches Gesch\u00e4ftsmodell:<\/h3>\n<p>Ist eine Fertigungssituation erst einmal so aus dem Ruder gelaufen, l\u00e4sst sich die Situation nur dadurch wieder beheben, dass man die Produktionskette kapazitiv und auftragsseitig richtig ausbalanciert. Aufbauend auf den Ergebnissen der Ist- Analyse definierten und konzipierten die Berater das neue logistische Gesch\u00e4ftsmodell und die notwendigen Handlungsfelder. Ziel war es, das logistische Gesch\u00e4ftsmodell an die Marktanforderungen anzupassen und eine marktsynchrone Wertsch\u00f6pfungskette aufzubauen.<br \/>\nEntsprechend sieht die Definition der mit dem neuen logistischen Gesch\u00e4ftsmodell verbundenen und umzusetzenden Handlungsfelder und Ma\u00dfnahmenpakete aus:<\/p>\n<ul>\n<li>Endmontage:\n<ul>\n<li>Zweibeh\u00e4lter-Kanban f\u00fcr XY- und einige Z-Teile in den Supermarktregalen der Endmontage.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Komponentenfertigung:\n<ul>\n<li>Durchlaufzeit Komponentenfertigung systematisch verringern,<\/li>\n<li>operatives Kapazit\u00e4tsmanagement aufbauen,<\/li>\n<li>80\/20-Nivellierung der Fertigungskapazit\u00e4ten f\u00fcr Standard (XY)- und auftragsspezifische (Z) Teile,<\/li>\n<li>Pull-Steuerung f\u00fcr einen Teil der Standard-Komponenten (XY-Teile),<\/li>\n<li>Push-Steuerung f\u00fcr die auftragsspezifischen Teile (Z-Teile).<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<figure id=\"attachment_15464\" aria-describedby=\"caption-attachment-15464\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.ak-online.de\/\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Handlungsfelder.png\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-15464 size-medium\" src=\"https:\/\/www.ak-online.de\/\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Handlungsfelder-300x204.png\" alt=\"Abb. 2: Die Handlungsfelder\" width=\"300\" height=\"204\" srcset=\"https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Handlungsfelder-300x204.png 300w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Handlungsfelder-600x409.png 600w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Handlungsfelder-1024x698.png 1024w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Handlungsfelder-768x523.png 768w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Handlungsfelder-1536x1047.png 1536w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Handlungsfelder-2048x1396.png 2048w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15464\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 2: Die Handlungsfelder<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>\u201eHasen\u201c- und \u201eIgel\u201c-Strategie in der Komponentenfertigung:<\/em><br \/>\nWie die Ist-Analysen untermauerten, eignete sich die Artikelstruktur hervorragend f\u00fcr eine 80\/20-Nivellierung. Wurden bisher alle Artikel auftragsbezogen gefertigt und nur losgr\u00f6\u00dfenbedingt gelagert, lagern die AB\/XY-Artikel (\u201eIgel\u201c-Artikel) nun unter dem neuen logistischen Gesch\u00e4ftsmodell \u00fcber eine Pull- Steuerung (via Kanban) bestandsgef\u00fchrt im Zentrallager bzw. in den Supermarktregalen der Endmontage. Der gro\u00dfe Vorteil besteht in der jetzt kontinuierlicheren Auslastung der Kapazit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Trotz dieser neuen Bestandsstufe f\u00fcr die AB\/XY-Artikel konnten die Lagerbest\u00e4nde reduziert werden! Alle auftragsbezogen zu fertigenden Artikel k\u00f6nnen hierdurch <span style=\"text-decoration: underline;\">priorisiert mit kurzen Durchlaufzeiten und schneller Verf\u00fcgbarkeit<\/span> (\u201eHasen\u201c- Artikel) gefertigt werden (Push- Fertigung via Fertigungsauftrag im Baan 5-System).<\/p>\n<figure id=\"attachment_15466\" aria-describedby=\"caption-attachment-15466\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.ak-online.de\/\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Fertigungssegmentierung.png\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-15466 size-medium\" src=\"https:\/\/www.ak-online.de\/\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Fertigungssegmentierung-300x187.png\" alt=\"Fertigungssegmentierung in der Komponentenfertigung\" width=\"300\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Fertigungssegmentierung-300x187.png 300w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Fertigungssegmentierung-600x374.png 600w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Fertigungssegmentierung-1024x639.png 1024w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Fertigungssegmentierung-768x479.png 768w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Fertigungssegmentierung-1536x958.png 1536w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Fertigungssegmentierung-2048x1278.png 2048w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15466\" class=\"wp-caption-text\">Fertigungssegmentierung in der Komponentenfertigung<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Pull-Steuerung via Kanban:<\/em><br \/>\nF\u00fcr die sich regelm\u00e4\u00dfig verbrauchenden Artikel wurde eine Pull-Steuerung via Kanban aufgebaut. Hierzu musste im Baan 5-System eine entsprechende Erweiterung f\u00fcr die Kanban-Steuerung programmiert werden. Dies war auch f\u00fcr das Zweibeh\u00e4lter- Kanbansystem in der Endmontage notwendig.<\/p>\n<p>Heute werden die Kanban-Karten der leergeworden Beh\u00e4lter der Komponentenfertigung im Zentrallager gescannt und der Gelbe und Rote Bereich der Kanbantafel elektronisch in Baan \u00fcberwacht. Ist der Rote Bereich erreicht, muss die Komponentenfertigung die Produktion starten, ist der Gelbe Bereich erreicht, kann sie das tun. \u00dcber den Gelben Bereich wurde hiermit eine zus\u00e4tzliche Flexibilit\u00e4t in der Komponentenfertigung geschaffen, um die Kapazit\u00e4tsauslastung zu optimieren.<\/p>\n<p><em>Operatives Kapazit\u00e4tsmanagement:<\/em><br \/>\nEine einfache Excel-Access-Applikation hilft zus\u00e4tzlich, eine Kapazit\u00e4tsplanung auf Basis der Baan 5-Daten f\u00fcr alle Fertigungskapazit\u00e4ten aufzubauen. Kapazit\u00e4tsbedarfe (Maschinen\/Personal) werden jetzt ausgehend von den Fertigungsbedarfsterminen f\u00fcr jede Fertigungsstufe \u00fcberwacht. Hierdurch sind aktuelle und zuk\u00fcnftige Engpasssituationen sofort sichtbar und k\u00f6nnen aktiv bearbeitet und damit in den meisten F\u00e4llen vermieden werden.<\/p>\n<p><em>Zweibeh\u00e4lter-Kanban f\u00fcr XY- und einige Z-Teile in den Supermarktregalen der Endmontage:<\/em><br \/>\nFr\u00fcher stellte das Zentrallager alle Komponenten f\u00fcr die auftragsbezogene Montage der Schaltanlagen und Schaltger\u00e4te f\u00fcr die Endmontage bereit. Aufgrund der Vielzahl an ben\u00f6tigten Artikeln f\u00fcr eine Schaltanlage und der Probleme in der Komponentenfertigung hatte die Endmontage h\u00e4ufig mit fehlenden Komponenten zu k\u00e4mpfen. In der Folge konnten die Mitarbeiter die teilmontierte Schaltanlagen nicht zu Ende bauen und mussten Komponenten zwischenlagern, was zu Platzproblemen und h\u00e4ufiger Materialsuche f\u00fchrte.<br \/>\nUnter dem neuen logistischen Gesch\u00e4ftsmodell lagern alle XY- und auch einige Z-Artikel in der Endmontage in einem Zweibeh\u00e4lter-Kanban- System. Dazu wurde die Endmontage so umgebaut, dass f\u00fcr jeden der acht Montagebereiche eigene Kanban- Regale und Palettenstellpl\u00e4tze entstehen konnten. Ist ein Beh\u00e4lter heute leer, wird \u00fcber die Scannung des entsprechenden Barcodes ein Umlagerungsauftrag im Zentrallager generiert. Innerhalb von zwei Arbeitstagen muss der leere Beh\u00e4lter wieder aufgef\u00fcllt werden. W\u00e4hrend dieser Umlagerungszeit bedienen sich die Mitarbeiter aus dem zweiten Kanbanbeh\u00e4lter mit den ben\u00f6tigten Komponenten. Dieses System erm\u00f6glicht es, die Endmontage mit einer Lieferbereitschaft von zum Teil \u00fcber 98 % mit Standardkomponenten zu versorgen. Eine enorme Reduzierung der Auslagerungsvorg\u00e4nge entlastete dar\u00fcber hinaus insbesondere das Zentrallager. Dieses priorisiert bei den Umlagerungsvorg\u00e4ngen vom Zentrallager in die Endmontage jetzt, genauso wie die Komponentenfertigung, die auftragsbezogen gefertigten Komponenten, was wiederum zu einer hohen Verf\u00fcgbarkeit aller Komponenten in der Endmontage gef\u00fchrt hat. In der Endmontage wurden f\u00fcr die acht Montagebereiche bisher insgesamt 3.176 Artikel auf das Zweibeh\u00e4lter-Kanbansystem umgestellt.<br \/>\nUm das Problem nicht zu Ende montierbarer Schaltanlagen und deren Zwischenlagerung mit anschlie\u00dfender Materialsuche zu vermeiden, wurde dar\u00fcber hinaus im Baan 5- System die Materialbereitstellung (Kommissionier-Reports) f\u00fcr die auftragsbezogen gefertigten Artikel so reorganisiert, dass jetzt Umlagerungsauftr\u00e4ge in die Endmontage nur noch dann erfolgen, wenn eine 100-%-ige Materialverf\u00fcgbarkeit aller Komponenten f\u00fcr einen Montageauftrag gegeben ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15468\" aria-describedby=\"caption-attachment-15468\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.ak-online.de\/\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Kanban-Regal.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15468 size-medium\" src=\"https:\/\/www.ak-online.de\/\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Kanban-Regal-225x300.jpg\" alt=\"Kanban-Regal in der Endmontage\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Kanban-Regal-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Kanban-Regal-600x800.jpg 600w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Kanban-Regal-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Kanban-Regal-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Kanban-Regal.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15468\" class=\"wp-caption-text\">Kanban-Regal in der Endmontage<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Regelwerk, Dispo-Parameter- Optimierung, \u00dcberwachung der Fertigungssegmentierung:<\/em><br \/>\nUm die Push- und Pull-Steuerung f\u00fcr die Komponentenfertigung und das Zweibeh\u00e4lter-Kanbansystem in der Endmontage effizient durchzuf\u00fchren, justieren die Planer und Disponenten die Planungs-, Steuerungs- und Dispositions-Einstellungen im Baan- 5-System regelm\u00e4\u00dfig artikelspezifisch nach. Der \u201eBetriebspunkt\u201c wird dabei immer so nachgeregelt, dass die Wertsch\u00f6pfungskette kostenminimal funktioniert. Um dieses zu erreichen, galt es, ein Regelwerk f\u00fcr die Optimierung der Systemeinstellungen (Fachjargon: Dispo-Parameter- Optimierung) zu erarbeiten. Im Regelwerk erfolgte f\u00fcr die einzelnen Artikelklassen (ABC\/XYZ\/ELAN\/etc.) die Definition der Parametereinstellungen wie Push-\/Pull-Steuerung, Lieferbereitschaftsgrad, Sicherheitsbestand, Bestellmethode, etc.<br \/>\nDas gesamte Artikelspektrum, welches das Auftragszentrum betreut, strukturiert sich in<\/p>\n<ul>\n<li>Komponenten mit einigerma\u00dfen gleichm\u00e4\u00dfigen Bedarfen, und<\/li>\n<li>Komponenten mit geringem Wiederholungsgrad, sporadischem Bedarfsverhalten oder kundenspezifischen Teilen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>W\u00e4hrend die erste Gruppe von Teilen via Kanban-Organisation gesteuert wird, wird die zweite Gruppe auch weiterhin konventionell gesteuert, um unn\u00f6tige Best\u00e4nde zu vermeiden und trotzdem die Liefertermine einzuhalten und Lieferzeiten weiter zu verk\u00fcrzen. Die Anwendung des Regelwerks auf alle Artikel sowie die Ermittlung der zu \u00e4ndernden Parametereinstellung im Baan-5-System kann nicht mehr von Hand erfolgen. Der daf\u00fcr erforderliche Aufwand w\u00e4re viel zu gro\u00df. Aufgrund der Vielfalt der zu ver\u00e4ndernden Systemeinstellungen, erfolgt dies jetzt mit Hilfe der Simulationssoftware DISKOVER SCO, die auch schon bei der Analyse der Ist- Situation und der Simulation verschiedener Szenarien zum Einsatz gekommen ist.<\/p>\n<p>Mit Hilfe von DISKOVER SCO k\u00f6nnen Planer und Disponenten zus\u00e4tzlich zur Dispo-Parameter-Optimierung drei weitere wichtige Aufgaben ebenfalls regelm\u00e4\u00dfig, effizient und halbautomatisch durchf\u00fchren:<\/p>\n<ol>\n<li><em>die \u00dcberpr\u00fcfung der Push-\/Pull- Artikel f\u00fcr die Komponentenfertigung als auch f\u00fcr die Zweibeh\u00e4lter- Kanbanartikel der Supermarktregale in der Endmontage.<\/em><br \/>\nWelche Artikel aus dem Kanban- System herausgenommen und welche auf Kanban umgestellt werden m\u00fcssen, wird von DISKOVER ermittelt und in Form eines Berichtes bereitgestellt. Diese regelm\u00e4\u00dfige Pflege ist notwendig, damit auch zuk\u00fcnftig die richtigen Teile im Kanban-System und die richtigen Teile im Push- System gesteuert werden. Ohne diese Pflege w\u00fcrde das gesamte Produktionssystem mittelfristig aus dem Gleichgewicht geraten.<\/li>\n<li><em>das Nachjustieren der 80\/20 Nivellierung.<\/em><br \/>\nUm die 80\/20-Nivellierung im Gleichgewicht zu halten, ermittelt DISKOVER wie viel Produktionskapazit\u00e4t kalkulatorisch f\u00fcr die kundenspezifischen Push-Auftr\u00e4ge bereitgehalten werden muss und welche Kapazit\u00e4ten im\u00a0Schnitt f\u00fcr die Kanban-Fertigung verwenden werden k\u00f6nnen. Abh\u00e4ngig von der verf\u00fcgbaren Kanban- Kapazit\u00e4t erfolgt sodann<\/li>\n<li><em>das Nachdimensionieren der Kanban-Artikel.<\/em><br \/>\nHierbei wird ermittelt und simulativ \u00fcberpr\u00fcft, wie gro\u00df die artikelspezifischen Umlaufbest\u00e4nde und damit die Anzahl der Kanban -Karten je Kanban-Artikel sein m\u00fcssen. Zu viele Karten bedingen unn\u00f6tige Best\u00e4nde, zu wenig Karten f\u00fchren zu Lieferbereitschaftsproblemen.<\/li>\n<\/ol>\n<figure id=\"attachment_15470\" aria-describedby=\"caption-attachment-15470\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.ak-online.de\/\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Supermarktregal.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15470 size-medium\" src=\"https:\/\/www.ak-online.de\/\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Supermarktregal-225x300.jpg\" alt=\"Supermarktregale in der Endmontage\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Supermarktregal-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Supermarktregal-600x800.jpg 600w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Supermarktregal-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Supermarktregal-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Driescher_Supermarktregal.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15470\" class=\"wp-caption-text\">Supermarktregale in der Endmontage<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Praxisbew\u00e4hrung:<\/h3>\n<p>Das neue logistische Gesch\u00e4ftsmodell und der marktsynchrone Wertstrom haben bei DRIESCHER.WEGBERG zu einer gro\u00dfen Beruhigung in der Komponentenfertigung, dem Zentrallager und der Endmontage gef\u00fchrt. Die hohe Lieferbereitschaft in der Endmontage, die gro\u00dfe Termintreue und die Steigerung des Durchsatzes in der Komponentenfertigung \u2013 ohne Kapazit\u00e4tserweiterung \u2013 sowie die hohe Akzeptanz und Zufriedenheit der Mitarbeiter zeugen davon.<\/p>\n<p>Die kanban-gesteuerten Artikel sind zu sogenannten Selbstl\u00e4ufern geworden, die lediglich in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden \u00fcberpr\u00fcft und nachjustiert werden m\u00fcssen; Auftragszentrum, Produktion, Zentrallager und Endmontage k\u00f6nnen sich auf die auftragsbezogen zu fertigenden Komponenten konzentrieren.<\/p>\n<p>Mit der Umsetzung des neuen logistischen Gesch\u00e4ftsmodells hat DRIESCHER.WEGBERG seine Wettbewerbsposition am Markt deutlich gest\u00e4rkt was sich im \u00fcberproportional wachsenden Auftragseingang eindrucksvoll bemerkbar macht.<\/p>\n<p><sup>1<\/sup> Stefan B\u00fcnger ist Prokurist und Manfred B\u00fcrger ist Leiter des Auftragszentrums der Fritz Driescher GmbH &amp; Co. KG, Wegberg.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen zu diesem Themenfeld finden Sie hier:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Fertigungssegmentierung, Materialflussoptimierung und Heijunka-Steuerung in der Goldfedermanufaktur<\/li>\n<li>Anhaltender Aufschwung erschwert den Planungs- und Dispositionsprozess<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.ak-online.de\/2012-04\/supply-chain-optimierung-fur-retailer\/\">Supply Chain Optimierung f\u00fcr Retailer<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neues logistisches Gesch\u00e4ftsmodell beim Schaltanlagen- und Schaltger\u00e4tebauer Fritz Driescher GmbH &amp; Co. KG \u2013 marktsynchroner Wertstrom und beruhigte Fertigung von Stefan B\u00fcnger, Manfred B\u00fcrger1, Andreas Gillessen, Prof. Dr. Andreas Kemmner Steigende Marktschwankungen und Variantenvielfalt sowie k\u00fcrzere Lieferzeiten bei nicht verschiebbaren Auslieferungsterminen verursachten bei der Fritz Driescher GmbH &amp; Co. 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