{"id":7417,"date":"2012-06-20T12:08:17","date_gmt":"2012-06-20T10:08:17","guid":{"rendered":"https:\/\/ak-online.de\/?p=7417"},"modified":"2023-11-30T15:51:29","modified_gmt":"2023-11-30T14:51:29","slug":"48-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ak-online.de\/de\/48-2\/","title":{"rendered":"Bereits kleine Verbesserungen der Materialeffizienz senken die Produktionskosten"},"content":{"rendered":"<h2>Clean&amp;Prim KG* optimiert ihre Materialeffizienz<\/h2>\n<h6>von Armin Kl\u00fcttgen<\/h6>\n<p><strong>Schonenderer Umgang mit Ressourcen, mit dem Ziel Materialverluste zu verringern und handfeste wirtschaftliche Potenziale zu heben, sind drei gute Gr\u00fcnde, aus denen sich in den letzten beiden Jahren immer mehr Unternehmen mit dem Thema \u201eMaterialeffizienz\u201c auseinandergesetzt haben. Das sind auch die Gr\u00fcnde, warum die Clean&amp;Prim KG* zusammen mit der Abels &amp; Kemmner GmbH in einem Materialeffizienzprojekt f\u00fcr einen Teil ihres Artikelsortimentes untersucht hat, welche Kostensenkungspotenziale durch eine weitere Steigerung der Materialeffizienz zu realisieren sind und wie man das Bewusstsein der Mitarbeiter f\u00fcr den schonenden und effizienten Umgang mit den eingesetzten Materialien noch steigern kann. Die Ergebnisse des Projekts best\u00e4tigen den Weitblick der Gesch\u00e4ftsleitung. Nun gilt es, die identifizierten Potenziale durch Umsetzung der definierten Ma\u00dfnahmen zu realisieren.<\/strong><\/p>\n<p>In seinem Endbericht an das Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Dezember 2011 zeigte das Fraunhofer-Institut f\u00fcr System- und Innovationsforschung ISI auf, wie gro\u00df das Potenzial im verarbeitenden Gewerbe oftmals ist, welches eine Steigerung der Materialeffizienz offenbart. Basis des Berichtes sind die Zahlen einer Erhebung zur Modernisierung der Produktion aus dem Jahr 2009, die das ISI seit 1993 regelm\u00e4\u00dfig durchf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Befragung ergab, dass branchen\u00fcbergreifend im Mittel bei optimaler Ausnutzung der heute verf\u00fcgbaren technischen M\u00f6glichkeiten sieben Prozent des Materialverbrauchs in der Produktion eingespart werden k\u00f6nnen. Dies hat beeindruckende Auswirkungen auf die Umsatzrendite, wie der Vergleich mit der erforderlichen Umsatzsteigerung zeigt. Welche Umsatzsteigerung notwendig w\u00e4re, um in verschiedenen Branchen denselben Ertragseffekt zu erreichen, wie mit der Verbesserung der Materialeffizienz, zeigt die nachfolgende Tabelle exemplarisch f\u00fcr einige ausgew\u00e4hlte Branchen:<\/p>\n<figure id=\"attachment_15427\" aria-describedby=\"caption-attachment-15427\" style=\"width: 1240px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.ak-online.de\/\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Umsatzrendite.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-15427\" src=\"https:\/\/www.ak-online.de\/\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Umsatzrendite.png\" alt=\"Abbildung 1: Effekte auf die Umsatzrendite durch Steigerung der Materialeffizienz\" width=\"1240\" height=\"322\" srcset=\"https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Umsatzrendite.png 1240w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Umsatzrendite-600x156.png 600w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Umsatzrendite-300x78.png 300w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Umsatzrendite-1024x266.png 1024w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Umsatzrendite-768x199.png 768w\" sizes=\"(max-width: 1240px) 100vw, 1240px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15427\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Effekte auf die Umsatzrendite durch Steigerung der Materialeffizienz<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die dargestellten Beispiele belegen zum einen eindrucksvoll die gro\u00dfe Hebelwirkung von Ma\u00dfnahmen zur Steigerung der Materialeffizienz. Zum anderen vermitteln sie einen Eindruck davon, wie hoch der Anteil der Materialkosten an den Gesamtkosten im verarbeitenden Gewerbe liegt: \u00fcber alle Branchen hinweg bei ca. 43 %. Davon ausgehend, dass die Ressourcenpreise weiter steigen, viele Materialien am Beschaffungsmarkt knapp werden und eine Vielzahl von politischen Ma\u00dfnahmen mit der Zielsetzung der Ressourcenschonung versehen sind, ist es f\u00fcr viele Unternehmen unumg\u00e4nglich, sich dieses Themas ernsthaft und nachhaltig anzunehmen.<\/p>\n<p><!--more--><strong> Die Clean&amp;Prim KG lebt es vor<\/strong><br \/>\nDie Clean&amp;Prim-Group hat das bei den Mitarbeitern vorhandene Bewusstsein f\u00fcr die Sinnhaftigkeit der Materialeffizienz genutzt, um mit Unterst\u00fctzung von Abels &amp; Kemmner f\u00fcr einen ausgew\u00e4hlten Teil des Sortiments eine Untersuchung der vorhandenen Potenziale durchzuf\u00fchren und die daf\u00fcr erforderliche personelle Kapazit\u00e4t bereitwillig zur Verf\u00fcgung gestellt. Dies klingt zun\u00e4chst nicht nach einer besonders erw\u00e4hnenswerten Leistung, jedoch sind die Nicht-Verf\u00fcgbarkeit der personellen Kapazit\u00e4t ebenso wie der erforderliche organisatorische Aufwand h\u00e4ufige Ursachen f\u00fcr das Scheitern oder das Unterlassen solcher Projekte.<\/p>\n<p>Dem vielfach bew\u00e4hrten Vorgehensmodell von Abels &amp; Kemmner zur Materialeffizienzanalyse folgend, wurden Handlungsfelder und detaillierte Ma\u00dfnahmen zur Realisierung der identifizierten Potenziale entwickelt. Basis dieser Ergebnisse waren:<\/p>\n<ul>\n<li>eine umfassende Ursachenanalyse (Constraint-Analyse),<\/li>\n<li>eine Stoffstromanalyse zur vollst\u00e4ndigen Abbildung aller relevanten Materialstr\u00f6me,<\/li>\n<li>eine Bewertung der unterschiedlichen Ausschussarten und -mengen sowie<\/li>\n<li>eine Quantifizierung der Verbesserungspotenziale bezogen auf die unterschiedlichen Ausschussarten.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Materialverluste in Produktion und aus dem Lager heraus<\/strong><br \/>\nDas untersuchte Sortiment umfasste Produkte, wie z. B. Haushaltsreiniger und Kosmetik sowie Haar- und K\u00f6rperpflegeprodukte, mit denen u. a. viele deutsche Handelsketten beliefert werden. Bei der\u00a0 Herstellung der Produkte kommen hochwertige Grundstoffe zum Einsatz, die einen hohen Anteil an den Gesamtkosten des Unternehmens ausmachen.<\/p>\n<p>Der Gesamtausschuss setzt sich aus wertvollen Rohstoffen wie Chemikalien, Kunststoffen (Plastikflaschen und Verschl\u00fcsse) und Kartonagen (Papier, Pappe) zusammen.<\/p>\n<p>Bei der Analyse wurden diverse Ursachen f\u00fcr Materialeffizienzverluste deutlich: Insbesondere Verluste durch Reinigungsvorg\u00e4nge bei Aggregaten und Rohrleitungen machen einen signifikanten Teil davon aus. Ein weiterer Teil der Verschrottung entsteht durch planerische Aspekte aus dem Bestand heraus.<\/p>\n<p><strong>Der Produktionsprozess<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die im untersuchten Produktspektrum produzierten Fertigerzeugnisse verwendet Clean&amp;Prim Rohmaterialien wie Chemikalien, Kunststoffe, Packmittel in Form von Prim\u00e4rpackmitteln (z. B. Dosen und Flaschen) und Umverpackungen wie Kartonagen. Au\u00dferdem kommen noch diverse andere Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe zum Einsatz.<\/p>\n<p>Die Rohmaterialien (Chemikalien) werden gemischt und dann \u00fcber Rohrleitungssysteme in einen Puffer transportiert. Von dort aus werden sie, je nach Produkt oder Anwendung, in unterschiedliche Abf\u00fcllbereiche \u00fcberf\u00fchrt. Auch dies geschieht wieder \u00fcber entsprechende Rohrleitungssysteme. Beim Abf\u00fcllen wird das Material in seine Prim\u00e4rpackmittel (Kunststoffflaschen, Tuben, &#8230;) gef\u00fcllt. Nach der Prim\u00e4rverpackung und dem anschlie\u00dfenden Palettieren und Umverpacken werden die fertigen Erzeugnisse dem Fertigwarenlager zugebucht, von wo aus sie ausgeliefert werden.<\/p>\n<p>Im Verlauf dieses Herstellungsprozesses gibt es verschiedene Quellen f\u00fcr Materialausschuss. Qualit\u00e4tsbedingte Aussch\u00fcsse fallen in dem detailliert und akribisch \u00fcberwachten Prozess praktisch keine an. Hier kommt es allenfalls in geringem Ausma\u00df z. B. zu Besch\u00e4digungen der Verpackung. Den weitaus gr\u00f6\u00dften Anteil an den Materialverlusten haben die sogenannten geplanten Aussch\u00fcsse. Diese entstehen bei Reinigungsvorg\u00e4ngen. Reinigungsverluste treten bei Produktwechsel an den Mischaggregaten, in den betroffenen Rohrleitungssystemen und den Abf\u00fcllmaschinen auf.<\/p>\n<p>Der zweitgr\u00f6\u00dfte Posten der Materialverluste entsteht durch Altware (zu verschrottende \u00dcberst\u00e4nde im Lager), die durch Effekte in der Planung entsteht und dann aber aus diversen Gr\u00fcnden verschrottet werden muss. Die Gr\u00fcnde, warum durch Planung Altware entsteht, sind sehr vielf\u00e4ltig. Dalli stellt sich hier einer h\u00f6chst komplexen Planungsaufgabe, die durch eine Reihe von Besonderheiten zu Unsch\u00e4rfen im Planungsergebnis f\u00fchren kann. Exemplarisch seien hier genannt:<\/p>\n<ul>\n<li>Schwierig planbare Aktionen im Umfeld einer gro\u00dfen Variantenvielfalt<\/li>\n<li>zum Teil starke saisonale Schwankungen<\/li>\n<li>teilweise Spotgesch\u00e4ft bei Packmitteln<\/li>\n<li>Auslaufsteuerung mit der Anforderung, den punktgenauen Auslauf (alle Best\u00e4nde termingerecht auf null fahren) bei Fertigerzeugnis (Inhalt), Vormaterial und Verpackung zu synchronisieren<\/li>\n<li>Produkt\u00e4nderungen, die aufgrund von Kundenw\u00fcnschen vorgenommen werden, z. B. in Form von Rezeptur\u00e4nderungen oder Verpackungs\u00e4nderungen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Materialverluste lassen sich deutlich reduzieren<\/strong><br \/>\nDie von Abels &amp; Kemmner ermittelten Potenziale sind zum Teil erheblich: Sowohl geplante Aussch\u00fcsse in der Fertigung (Reinigungsverluste und \u00dcberpackung) als auch Aussch\u00fcsse aus dem Lager (\u00dcberbestand aus Planung, der zu verschrotten ist) weisen rein technisch deutliche Reduzierungspotenziale auf.<\/p>\n<p>Die Ma\u00dfnahmen, mit denen diese Potenziale gehoben werden k\u00f6nnen, zeichnen sich jedoch zum Teil durch unternehmensspezifische starke Abh\u00e4ngigkeiten und Wechselwirkungen aus und sind deshalb nur eingeschr\u00e4nkt nutzbar. Besonders die hohe Kundenorientierung darf nicht unter den Optimierungsprozessen leiden. Alle m\u00f6glichen ermittelten Ma\u00dfnahmen lassen sich dabei im Sinne einer Handlungsfeld-Landkarte vier Hauptsto\u00dfrichtungen zuordnen:<\/p>\n<ol>\n<li>Untersuchung von Verbesserungsm\u00f6glichkeiten in der Fertigung,<\/li>\n<li>Ausbau der durchg\u00e4ngigen Planung zur Vermeidung von Altware,<\/li>\n<li>Optimierung einzelner Gesch\u00e4ftsprozesse, wie z. B. Produktentstehungsprozess etc.,<\/li>\n<li>Gestaltung einer noch effizienteren Systemunterst\u00fctzung.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Im Folgenden stellen wir Ihnen einige ausgew\u00e4hlte Ma\u00dfnahmen exemplarisch dar:<\/p>\n<p><strong>Reinigungsverluste bei Produktwechsel transparent machen<\/strong><br \/>\nDie Reinigungsverluste in der Fertigung machen absolut betrachtet den gr\u00f6\u00dften Anteil aller Materialverluste aus. Entsprechend f\u00fchrt eine Reduzierung dieser Verluste zu weniger Kosten. Der erste Schritt dazu ist, die Transparenz dar\u00fcber, wo und wie viele Reinigungsverluste anfallen, weiter zu steigern. Je nachdem, welcher Produktmix \u00fcber welche Linie gesteuert wird, kann es hier zu st\u00e4rkeren Schwankungen kommen. An der Fertigung beteiligte technische Einheiten wie Mischer, Puffer, Filter, Pumpen, Rohrleitungen, Homogenisatoren und Abf\u00fcllmaschinen weisen je nach Produktmix und Fertigungsreihenfolgen schwankende Verlustraten auf. Daher gilt es, die bisher eingesetzten Methoden zur Verlustermittlung sowie das entsprechende Controlling zu verfeinern.<\/p>\n<p><strong>Gesamtkonzept einer durchg\u00e4ngigen Planung<\/strong><br \/>\nDie \u00dcberf\u00fchrung der heutigen, bereits ausgefeilten Planungsprozesse in ein umfassendes Gesamtkonzept der vollst\u00e4ndig durchg\u00e4ngigen Planung und Disposition bietet absolut betrachtet den eindeutig gr\u00f6\u00dften Hebel zur Vermeidung von Materialeffizienzverlusten. Dieses Gesamtkonzept beinhaltet als Eckpfeiler die Optimierung von Bedarfsplanung und Disposition und wird flankiert von einer noch besseren Kommunikation mit den Kunden. Dies tr\u00e4gt dem Supply-Chain-Gedanken \u201ePlanung vom Kunden des Kunden bis zum Lieferanten des Lieferanten\u201c noch mehr Rechnung, als er in der Clean&amp;Prim KG bereits vorherrscht.<\/p>\n<p>Bei der Optimierung der Bedarfsplanung steht vor allem die bestm\u00f6gliche Integration s\u00e4mtlicher verf\u00fcgbaren planungsrelevanten Informationen f\u00fcr jeden einzelnen Artikel im Fokus, z. B. durch eine integrierte oder eine zusammenfassende Prognose. Dazu sind Vertriebsinformationen, Kundeninformationen, die aktuelle Auftragssituation und statistische Vorhersagen erforderlich, die artikelspezifisch zur bestm\u00f6glichen Prognose, auch im Hinblick auf Saisongesch\u00e4ft, Aktionen und sonstige Ausnahmen, miteinander verbunden werden. Unterst\u00fctzend m\u00fcssen dabei auch diverse Klassifizierungen der Artikel eingesetzt werden, wie:<\/p>\n<ul>\n<li>eine ABC-Klassifizierung (wirtschaftliche Bedeutung),<\/li>\n<li>eine XYZ-Klassifizierung (Verbrauchsregelm\u00e4\u00dfigkeit),<\/li>\n<li>eine ELA- Klassifizierung (Lebenszyklus) oder<\/li>\n<li>eine STU- Klassifizierung (Anzahl Kunden).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Je nach seiner Klassifizierung, muss ein Artikel in der Bedarfsplanung genau passend eingestellt werden. Dazu bedarf es eines entsprechende Regelwerks, das durch seine Automatisierung erm\u00f6glicht, rollierend und aufwandsarm die materialspezifische Dispo-Strategie und alle erforderlichen Dispo-Parameter festzulegen sowie diese regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr alle Artikel zu \u00fcberpr\u00fcfen und neu einzustellen. Wichtig dabei ist jedoch, dass die bereits sehr hohe Flexibilit\u00e4t gegen\u00fcber dem Kunden unter allen Umst\u00e4nden erhalten bleibt und weiter verbessert wird. Dies haben die Spezialisten von Abels &amp; Kemmner mit in Betracht gezogen und so gew\u00e4hrleistet das automatisierte Regelwerk dabei eine jederzeit optimale Disposition f\u00fcr jedes Fertigerzeugnis und jedes Vormaterial. Es ist daher gemeinsam mit der verbesserten Bedarfsplanung der Schl\u00fcssel zur Vermeidung von Altware und damit von Materialverlusten.<\/p>\n<p><strong>Gesch\u00e4ftsprozesse, die die durchg\u00e4ngige Planung st\u00fctzen<\/strong><br \/>\nDer Produktentstehungsprozess bzw. die Produkteinsteuerung, der Produkt\u00e4nderungs- und der Produktauslaufprozess nehmen erheblichen Einfluss auf Planung und Disposition. Wichtig bei allen genannten Prozessen ist eine m\u00f6glichst enge Zusammenarbeit mit dem Kunden, der bei dem Gesch\u00e4ftsmodell der Clean&amp;Prim KG erheblichen Einfluss auf die Planungsprozesse hat. Das Gesch\u00e4ftsmodell ist gepr\u00e4gt von h\u00e4ufigen Produkt\u00e4nderungen gepaart mit gro\u00dfer Variantenvielfalt sowie \u00c4nderungsw\u00fcnschen der Kunden bzgl. Produkt und Verpackung. Hier ist die Kenntnis des \u201eTrue Demand Signal\u201c sehr hilfreich, also im Sinne der Supply Chain die m\u00f6glichst fr\u00fche, echte Marktbedarfsinformation. Dies untermauert planerische Annahmen durch Hinzunahme realer Markt- bzw. Kundeninformationen fr\u00fchzeitig und erh\u00f6ht die Planungssicherheit. So k\u00f6nnen planerische Materialverluste deutlich reduziert werden.<\/p>\n<p>Gerade bei Produkt\u00e4nderungen ist das Risiko hoch, dass obsoletes Material entsteht, da teilweise bereits schon initiierte Planungsvorg\u00e4nge betroffen sind, wie z. B. Druck, Lieferung und Lagerung von Verpackungsmaterial. F\u00fcr den Produkt\u00e4nderungsprozess muss daher klar festgelegt werden:<\/p>\n<ul>\n<li>die Art der m\u00f6glichen \u00c4nderungstypen (Kundenanforderungen, Produktverbesserung, \u2026),<\/li>\n<li>die Rollen und Zust\u00e4ndigkeiten je \u00c4nderungstyp,<\/li>\n<li>eindeutige Gesch\u00e4ftsregeln je \u00c4nderungstyp,<\/li>\n<li>ein Workflow zum Steuern und \u00dcberwachen der Abarbeitung des \u00c4nderungsprozesses,<\/li>\n<li>eine klare Dokumentation und Kommunikation des Prozesses sowie die Einbettung in die durchg\u00e4ngige Planung.<\/li>\n<\/ul>\n<figure id=\"attachment_15430\" aria-describedby=\"caption-attachment-15430\" style=\"width: 1040px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.ak-online.de\/\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Folie2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-15430\" src=\"https:\/\/www.ak-online.de\/\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Folie2.png\" alt=\"Abbildung 2: Enge Zusammenarbeit mit dem Kunden reduziert Materialverluste\" width=\"1040\" height=\"720\" srcset=\"https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Folie2.png 1040w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Folie2-600x415.png 600w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Folie2-300x208.png 300w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Folie2-1024x709.png 1024w, https:\/\/www.ak-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Folie2-768x532.png 768w\" sizes=\"(max-width: 1040px) 100vw, 1040px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15430\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: Enge Zusammenarbeit mit dem Kunden reduziert Materialverluste<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auch der Produktauslauf f\u00fchrt h\u00e4ufig zu Materialverlusten, da ein bestimmtes Produkt zu einem festgegebenen Termin unter Aufrechterhaltung h\u00f6chster Lieferbereitschaft auf Bestand null reduziert werden muss. Dies alleine ist sicher schon eine schwierige planerische Aufgabe. Erschwerend kommt hinzu, dass eine enge Synchronisierung des Auslaufs von Produkt und Prim\u00e4rpackmittel notwendig ist, was sich z. B. aufgrund der vorgegebenen Mindestbestellmengen bei den Packmitteln als sehr schwierig erweist.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich kann es vorkommen, dass ein angek\u00fcndigter Auslauftermin kundenseitig verschoben wird. Auch in diesem Falle muss die Planung zur Aufrechterhaltung der geforderten Lieferbereitschaft handeln und sowohl Vormaterial als auch Fertigerzeugnisse nachbevorraten. Das f\u00fchrt in der Folge immer wieder zu Restbest\u00e4nden.<\/p>\n<p>Hier ist es besonders hilfreich, die bereits bestehende enge Partnerschaft mit den Kunden weiter auszubauen und auf der anderen Seite im Rahmen der Lieferantenintegration eine m\u00f6glichst enge Einbindung insbesondere der Packmittellieferanten zu realisieren \u2013 denn so l\u00e4sst sich die Entstehung von Altware verhindern und damit die Materialeffizienz weiter steigern.<\/p>\n<p><strong>Systemunterst\u00fctzung forcieren<\/strong><br \/>\nDas Projekt hat gezeigt, dass f\u00fcr eine h\u00f6here Materialeffizienz auch die M\u00f6glichkeiten der Systemunterst\u00fctzung besser genutzt werden m\u00fcssen. Daher werden die vorhandenen Systeme zuk\u00fcnftig im Hinblick auf einen durchg\u00e4ngigen Gesamtplanungsprozess weiterhin hochgradig integriert und f\u00fcr ein Maximum an Transparenz sorgen. Der manuelle Aufwand in Planung und Disposition wird sich deutlich reduzieren. Gerade in der Disposition werden so die Freir\u00e4ume geschaffen, um sich intensiv mit den wirklichen \u201eProblemf\u00e4llen\u201c befassen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Clean&amp;Prim KG hat nicht nur eine sehr materialintensive Fertigung, sondern sie geht mit den eingesetzten zum Teil sehr hochwertigen Grundstoffen auch \u00e4u\u00dferst bewusst um. Ein effizienter Umgang mit immer knapper werdenden Rohstoffen geh\u00f6rt einerseits zur Unternehmensphilosophie und bietet andererseits wirtschaftliche Vorteile. Im Rahmen des Materialeffizienzprojektes mit der Abels &amp; Kemmner GmbH konnte die Clean&amp;Prim KG ihre bereits gute Materialeffizienz verbessern und wird diese Strategie anhand der Projektergebnisse auch weiter fortsetzen.<\/p>\n<h6><sup>*<\/sup> Name aus Gr\u00fcnden des Wettbewerbs ge\u00e4ndert.<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Clean&amp;Prim KG* optimiert ihre Materialeffizienz von Armin Kl\u00fcttgen Schonenderer Umgang mit Ressourcen, mit dem Ziel Materialverluste zu verringern und handfeste wirtschaftliche Potenziale zu heben, sind drei gute Gr\u00fcnde, aus denen sich in den letzten beiden Jahren immer mehr Unternehmen mit dem Thema \u201eMaterialeffizienz\u201c auseinandergesetzt haben. 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