Kurz und bündig: Supply Chain Transparenz 

Andreas Kemmner

Unter Supply Chain Transparenz versteht man die Übersicht über das gesamte Liefer- und Distributionsnetzwerk. Welche Akteure sind an dem Netzwerk beteiligt, wo liegen welche Bestände? Wie hoch sind die Wiederbeschaffungszeiten? Wie flexibel könne Kapazitäten hochgefahren oder heruntergefahren werden? Das sind einige der zentralen Fragen. Supply Chain Transparenz ist damit eine entscheidende Voraussetzung für Supply Chain Riskmanagement.

In manchen Branchen ist Supply Chain Transparenz selbstverständlich. In vielen Branchen und bei vielen Unternehmen mangelt es daran jedoch. Manchen Unternehmen fehlt bereits im eigenen Netzwerk von Tochterunternehmen und Vertriebsgesellschaften die Transparenz. Wie wichtig es ist, alle Akteure in der Lieferkette, auch jenseits der eigenen Lieferanten, „bis zurück zum Bergwerk“ zu kennen, hat gerade die Coronakrise gezeigt

Unser Tipp:

Schließen Sie mit Ihren Lieferanten „Offenlegungsvereinbarungen“: Ihre Lieferanten benennen die Vorlieferanten und verpflichten sich, mit den Vorlieferanten ebenfalls Offenlegungsvereinbarungen abzuschließen; Sie verpflichten sich, die entsprechenden Produkte und Komponenten nicht direkt bei diesen und deren Vorlieferanten zu beschaffen. Auf diese Weise können Sie zumindest für kritische Produkte einen Durchblick der Lieferkette, im Idealfall „bis zum Bergwerk“, erreichen und gleichzeitig akzeptieren Sie das berechtigte Interesse Ihrer Lieferanten, ihre Beschaffungskanäle zu schützen.


Andreas Kemmner

Autor | Author

Prof. Dr. Kemmner hat in über 25 Jahren Beratertätigkeit in Supply Chain Management und Sanierung weit über 150 nationale und internationale Projekte durchgeführt.

2012 wurde er von der WHZ zum Honorarprofessor für Logistik und Supply Chain Management bestellt.

Die Ergebnisse seiner Projekte wurden bereits mehrfach ausgezeichnet.

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