Eieiei – was Sie über das Osterfest (vielleicht) noch nicht wussten… 

Andreas Kemmner

In der katholischen und protestantischen Kirche findet das Osterfest am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond statt, wie im Konzil von Nicäa im Jahr 325 festgelegt. Ursprünglich orientierte man sich terminlich am jüdischen Pessachfest. Wenn Sie ohne Kalender den nächsten Ostertermin bestimmten wollen, hilft die Gauß‘sche Osterformel. Der Mathematiker hat 1800 diesen Algorithmus entwickelt, den Hermann Kinkelin und Christian Zeller später weiterentwickelten:

Gauß‘sche Osterformal nach Kinkelin und Zeller:
1.Säkularzahl:K(X) = X div 100
2.säkulare Mondschaltung:M(K) = 15 + (3K + 3) div 4 − (8K + 13) div 25
3.säkulare Sonnenschaltung:S(K) = 2 − (3K + 3) div 4
4.Mondparameter:A(X) = X mod 19
5.Keim für den ersten
Vollmond im Frühling:
D(A,M) = (19A + M) mod 30
6.kalendarische Korrekturgröße:R(D,A) = (D + A div 11) div 29
7.Ostergrenze:OG(D,R) = 21 + D − R
8.erster Sonntag im März:SZ(X,S) = 7 − (X + X div 4 + S) mod 7
9.Entfernung des Ostersonntags
von der Ostergrenze
(Osterentfernung in Tagen):
OE(OG,SZ) = 7 − (OG − SZ) mod 7
10.Datum des Ostersonntags
als Märzdatum
(32. März = 1. April usw.):
OS = OG + OE

Der Ursprung des deutschen Worts „Ostern“ ist nicht eindeutig geklärt. Es könnte das altgermanische Wort „Austro“ für Osten, die Himmelsrichtung der Morgenröte, oder das angelsächsischen „Eastre“, der teutonischen Göttin der Fruchtbarkeit, sein. Das althochdeutsche „Eostarum“ (Woche der weißen Kleider) ist auch ein möglicher „Vorfahr“.

Viele Osterbräuche, wie das Osterfeuer, sind heidnischen Ursprungs. So ist der Osterhase eigentlich ein Symbol der Fruchtbarkeit und Sinnlichkeit. Mittlerweile hat er sich aber in Deutschland als Symboltier des Osterfestes durchgesetzt und ist für das Verstecken der Eier zuständig.
Nicht so in Australien: Der nachtaktive Kaninchennasenbeutler, das Bilby, wurde mittels aufwändiger PR-Maßnahmen zum Osterhasenersatz erkoren. Der Bilby ist nämlich vom Aussterben bedroht und wird, im Gegensatz zum „eingewanderten“ Hasen, nicht als Plage gesehen.

Apropos Osterhase: Eine Umfrage des BDSI ergab, dass zum Osterfest rund 19.000 Tonnen Schokolade zu Osterhasen verarbeitet wurden. Bezogen auf das übliche Gewicht von 100 Gramm sind das rund 190 Mio. Schoko-Hasen.
In Deutschland hergestellte Schoko-Hasen sind übrigens ein Exportschlager: 44 Prozent davon gehen vor allem in Mitgliedstaaten der EU, aber auch in die USA und nach Australien. Das entspricht ca. 84 Mio. Schoko-Hasen. Die Deutschen vernaschen rund 56 Prozent der Schoko-Hasen-Produktion (ca. 106 Mio. Stück).
(Quelle: www.BDSI.de)


Andreas Kemmner

Autor | Author

Prof. Dr. Kemmner ist Co-CEO der Abels & Kemmner Group und hat in 30 Jahren Beratertätigkeit in Supply Chain Management und Sanierung weit über 200 nationale und internationale Projekte durchgeführt und war über 10 Jahre der einzige öffentlich bestellter Sachverständige für die Wirtschaftlichkeitsbeurteilung von Industriebetrieben in Deutschland.

2012 wurde er von der WHZ zum Honorarprofessor für Logistik und Supply Chain Management bestellt.

Die Ergebnisse seiner Projekte wurden bereits mehrfach ausgezeichnet.

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