Alternativrezept zum – dank Bankenkrise – verteuerten Kredit: Hilf dir selbst! 

Andreas Kemmner

Herzogenrath 13. Oktober 2008 – Die internationale Bankenkrise verteuert Unternehmenskredite um mehr als 10 Prozent. Dr. Götz-Andreas Kemmner, geschäftsführender Gesellschafter des Beratungsunternehmens Abels & Kemmner GmbH empfiehlt dem verarbeitenden Gewerbe deshalb, fällige Investitionen mit eigenen Mitteln zu finanzieren, um so Kosten zu sparen. Rund 78 Mrd. € kurzfristige Liquiditätsreserven haben die Berater alleine in den Beständen der Unternehmen entdeckt.

Die Fakten: Der Euribor, Index für die Zinsen von Interbankgeschäften, ist von September 2007 bis September 2008 zwischen 0,628 und 0,806 Prozentpunkten gestiegen. Damit wurden Kredite unter Banken deutlich mehr als 10 Prozent teurer. Auch ist nicht abzusehen, dass sich die Banken schnell wieder Vertrauen schenken werden. Letztlich müssen Kreditnehmer dieses Misstrauen bezahlen. Kritisch ist insbesondere die Tatsache, dass bestehende Kreditrahmen mit kurzfristigen Zinslaufzeiten vermutlich noch teurer werden. Deshalb ist handeln angesagt.

Abels & Kemmner sieht Handlungsspielräume bei den Beständen der Unternehmen: Die Vorräte der deutschen Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe belaufen sich auf 416,5 Mrd.€. Die gesamten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten belaufen sich auf 308 Mrd. €, wovon ca. 47% bzw.144,5 Mrd. € kurzfristige Verbindlichkeiten darstellen. Über 900 Mio. € werden demnach alleine für kurzfristige Kreditzinsen mehr bezahlt, als vor einem Jahr noch üblich, legt man die 0,628 Prozentpunkte als kleinsten Zuwachs der Indexsteigerung des Euribor zugrunde.

Das muss nicht sein, denn eine umfangreiche Untersuchung von Abels & Kemmner, die auf Analysen in über 60 Unternehmen beruht, kommt zu der Erkenntnis, dass die deutschen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes zwischen 24% und 49% Bestandsreduzierungspotenzial aufweisen (25% bzw. 75% Quantile; Median: 33,7%; Mittelwert 36,8%). Von diesem Überbestand lassen sich zwischen 11,2% und 25,2% (25% bzw. 75% Quantile; Median 16,4%, Mittelwert 18,8%) innerhalb von 6 Monaten heben. Dies entspricht einer kurzfristig freisetzbaren Liquidität von ca. 78,3 Mrd. €. Damit lassen sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten der Unternehmen gegenüber Kreditinstituten um ca. 54% verringern bzw. fällige Investitionen könnten aus dem Bestand finanziert werden. Rund 4,3 Mrd. € Kreditzinsen würden dann bei einem angenommenen Zinssatz von 5,5 Prozent gespart.

Der strategische Hebel: Professionelles Bestandsmanagement

Bergen lassen sich die Liquiditätsreserven durch ein professionelles Bestandsmanagement. In den meisten Unternehmen wird jedoch nur mit vergleichsweise einfachen Mitteln am Bestandssenkungspotenzial gearbeitet, da oftmals sowohl Bewusstsein als auch Zeit und Spezialwissen fehlen. Auch Nachhaltigkeit ist ein Grund für gescheiterte Bestandssenkungsprojekte. Bei der Analyse des Bestandssenkungspotenzials und beim Aufbau eines professionellen und nachhaltigen Bestandsmanagements hilft die Unternehmensberatung Abels & Kemmner. Zwei Tage Kurzanalyse brauchen die Berater, um das wesentlichste Handlungspotenzial eines Unternehmens zur Bestandssenkung belastbar belegen zu können. Rund vier Wochen brauchen die Berater für die ersten Pilotprojekte, bei denen Unternehmensdaten detailliert erfasst und analysiert werden und bei denen für erste Pilotartikelgruppen die Optimierung der logistische Parameter simuliert wird. Je nach Unternehmensgröße und Bestandssenkungspotenzial lohnt es sich danach, die Aktualisierung der Dispositionsparameter im System abzubilden, die Dispositionsparameter extern einstellen zu lassen und später zyklisch erneut zu justieren, oder aber mithilfe von professioneller Dispositionsoptimierungs-Software konstant innerbetrieblich an den optimalen Beständen zu arbeiten. „Ganz gleich welche der beiden Lösungswege am Ende umgesetzt wird: Es gibt kaum ein Unternehmen, bei dem nicht mindestens 20 Prozent Bestandssenkungspotenzial realistisch sind“, erklärt Dr. Götz-Andreas Kemmner.

Über Abels & Kemmner

Ein Schwerpunkt des Unternehmens, das europaweit tätig ist, ist die Straffung von Wertschöpfungsketten (Supply-Chain-Optimierung) bei Serien- und Variantenfertigern sowie Großhandelsunternehmen. Abels & Kemmner beschäftigt sich hierbei mit der Optimierung der Planungs- und Steuerungsprozesse, des zu handhabenden Artikel- und Lieferanten-Portfolios und der Abläufe auf der Ausführungsebene (Lean Logistics).

Die Berater erarbeiten Lösungen von der Konzeption bis zur Umsetzung, sowohl hinsichtlich Organisation wie IT-Unterstützung. Im SAP-Bereich gehen wir dabei, falls erforderlich bis zum Customizing und zur Anpassungsprogrammierung. Typisch für die Projekte von A&K ist, dass die Supply Chain im wörtlichen Sinne berechenbar gemacht wird. Bereits dreimal gewannen Supply Chain Konzepte, die A&K mit seinen Kunden erarbeitet hat, Best Practice Preise.

Den zweiten Schwerpunkt bilden Restrukturierungs- und Ertragssteigerungsprojekte. Hier erarbeiten die Consultants Fortführungsprognosen sowie Restrukturierungs- und Downsizing-Konzepte und setzen diese in den Unternehmen um. Durch erfolgreiche Sanierungen mittelständischer Unternehmen machten sie sich einen Namen im Krisen- und Turnaround-Management.


Andreas Kemmner

Autor | Author

Prof. Dr. Kemmner hat in über 25 Jahren Beratertätigkeit in Supply Chain Management und Sanierung weit über 150 nationale und internationale Projekte durchgeführt.

2012 wurde er von der WHZ zum Honorarprofessor für Logistik und Supply Chain Management bestellt.

Die Ergebnisse seiner Projekte wurden bereits mehrfach ausgezeichnet.

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